Pressemitteilung vom 03. März 2022

Bilanz des Helfens 2022

Im Kalenderjahr 2021 spenden die Deutschen so viel wie noch nie seit Beginn der Erhebung (2005) 

Berlin, 03. März 2022 – Die Deutschen haben Im Kalenderjahr rund 5,8 Milliarden Euro gespendet. Das ist das beste Ergebnis seit Beginn der Erhebung im Jahr 2005. Im Vergleich zum bereits sehr guten Vorjahr stieg das Spendenniveau erneut um deutliche 7%. Damit wurde die realistisch optimis-tische Prognose für das Gesamtjahr 2021 (+8%) fast erreicht. Das sind Ergebnisse der GfK-Studie „Bilanz des Helfens“, die jährlich im Auftrag des Deutschen Spendenrats durchgeführt wird. 

Spendenvolumen steigt deutlich 

Im Monatsverlauf zeigt sich zunächst das bereits aus dem ersten Pandemiejahr bekannte Bild, dass sich die Spendenbereitschaft parallel zu den Infektionszahlen/Lockdownmaßnahmen entwickelt. So sind die Steigerungsraten im letzten harten Lockdown gegenüber den Vorjahresmonaten teilweise im deutlich zweistelligen Bereich: Im Januar wurden +32% und Februar +4% verzeichnet. Die abklingende Pandemie im Frühjahr und Sommer weist wiederum Rückgänge auf (April -30%, Mai -14%). 

Im Sommer und Spätsommer zeigen sich dann die Steigungsraten jedoch abgekoppelt von der Pandemiedynamik im Zeitraum der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands (Juli +73%, August +42% und September +27%). 

Rund 20 Millionen Menschen haben im Kalenderjahr 2021 Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen gespendet, was 30,1% der Bevölkerung entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 5% bzw. knapp 1 Million Menschen. „Der in den letzten Jahren leider deutlich erkennbare Trend des Rückzugs immer weiterer Spender ist damit in 2021 glücklicherweise gebrochen. Ich hoffe, dass sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren verstetigt“, freut sich Dr. Max Mälzer, Geschäftsführer Deutscher Spendenrat e.V. 

Der Betrag der durchschnittlichen Spende pro Spendenakt liegt 2021 gegenüber dem Vorjahr zwei Euro höher und ist damit erneut auf einem Rekordniveau in Höhe von 42 Euro angekommen. Die durchschnittliche Spendenhäufigkeit pro Spender verharrt auf dem 2019 und 2020 erreichten Rekordwert von ca. sieben. Diese beide Faktoren sowie die positive Entwicklung der Zahl der Spenderinnen und Spender sind maßgebliche Garanten für das deutlich steigende Gesamtspendenvolumen. 

Spenden nach Hilfefeldern 

Hauptanteil der Spenden stellt mit 75,8% weiterhin die humanitäre Hilfe dar, welche gegenüber dem Vorjahr (75,6%) leicht zulegt. Stärkster Gewinner ist dabei die Not- und Katastrophenhilfe, welche prozentual ihren Anteil am Gesamtspendenvolumen von knapp 18% auf knapp 28% 

steigert, was in absoluten Zahlen einer Steigerung um fast einer halben Milliarde Euro entspricht. Für andere humanitäre Zwecke wurde, mit Ausnahme der sonstigen humanitären Hilfe (längerfristige Entwicklungshilfe, Bildung, sonstige soziale Zwecke), hingegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weniger gespendet. Dies betrifft die Spendenzwecke „Kirche und Religion“ (-138 Mio. Euro), „Kinder und Jugendhilfe“ und „Krankheit und Behinderung“ (beide -79 Mio. Euro). 

Außerhalb der humanitären Hilfe verbuchten einerseits die Bereiche Tierschutz (+23 Mio. Euro), Umwelt- und Naturschutz (+15 Mio. Euro) und Kultur- und Denkmalpflege (+2 Mio. Euro) einen Zuwachs in absoluten Zahlen. Erfreulicherweise konnte auch der Bereich Sport, der in der Pandemie bisher als einziger Bereich stark gelitten hat, in 2021 wieder eine Steigerung der Spendeneinnahmen (+12 Mio. Euro) verzeichnen. 

Spenden nach Altersgruppen 

Nach wie vor spendet die Generation 70plus am meisten, auch wenn sich ihr Anteil am Gesamtspendenvolumen in 2021 von 44% auf 43% leicht verringerte. Dafür stieg der Anteil der Generation 60-69 am Gesamtspendenvolumen von 15% auf 18%. 

Zulegen konnte in diesen Altersgruppen auch das durchschnittliche Spendenvolumen pro Spender (Altersgruppe 70plus: 416 Euro pro Spender gegenüber 402 Euro in 2020, Altersgruppe 60-69 305 Euro gegenüber 248 Euro in 2020), ebenso wie die Anzahl der Spenderinnen und Spender. Diese stieg in der Altersgruppe 70plus gegenüber 2020 um 152 Tsd. und in der Altersgruppe 60-69 sogar um 204 Tsd. 

Noch deutlicher stieg die Anzahl der Spenderinnen und Spender in den Altersgruppen 50-59 (+259 Tsd.) sowie in der Altersgruppe bis 29 Jahre (+508 Tsd.). Dr. Max Mälzer, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrates e.V.: „Es ist so beeindruckend wie erfreulich, dass die Anzahl der Spenderinnen und Spender sich gerade in der jungen Altersgruppe bis 29 Jahren so toll entwickelt. Es zeigt beeindruckend, dass das manchmal kolportierte Vorurteil der wenig bis nicht engagierten jungen Generation einfach nicht zutrifft. Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass diese Altersgruppe schlicht nicht so viel Geld zur freien Verfügung hat, wie ältere Altersgruppen!“ 

Zur Erhebung 

Die „Bilanz des Helfens“ wird von der GfK, einem weltweit führenden Anbieter von Daten und Analytik, im Auftrag des Deutschen Spendenrats e.V. durchgeführt. Sie ist ein Teilergebnis der Studie GfK Charity Panels, die auf kontinuierlichen schriftlichen Erhebungen bei einer repräsentativen Stichprobe von 10.000 Panelteilnehmern basiert. GfK Charity Panels ermittelt fortlaufend Daten zum Spendenverhalten von privaten Verbrauchern in Deutschland. Unter anderem werden Spendenvolumen, Spendenhöhe und bevorzugte Tätigkeitsbereiche abgefragt. Als Spende zählen die von deutschen Privatpersonen freiwillig getätigten Geldspenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfs- sowie Wohltätigkeitsorganisationen und Kirchen. Nicht enthalten sind Erbschaften und Unternehmensspenden, Spenden an politische Parteien und Organisationen und gerichtlich veranlasste Geldzuwendungen, Stiftungsneugründungen und Großspenden über 2.500 Euro. 

Weitere Informationen

Dr. Max Mälzer
Deutscher Spendenrat e.V.
T +49 30 46705200
M +49 151 40904952
maelzer@spendenrat.de 

Bianca Corcoran-Schliemann
GfK

T +49 911 3953883
bianca.corcoran-schliemann@gfk.com

Zum Deutschen Spendenrat e.V. 

Seit 25 Jahren setzen sich die Mitgliedsorganisationen des Deutschen Spendenrats e.V. für die Stärkung von Transparenz im deutschen Spendenwesen ein. Der Deutsche Spendenrat ist ein gemeinnütziger Dachverband von 71 Spenden sammelnden, gemeinnützigen Organisationen aus den Bereichen soziale und humanitäre Hilfe, Umwelt und Tierschutz, Kunst- und Kultur sowie Denkmalschutz. Mitglieder sind u.a. Deutsches Rotes Kreuz e.V. Bundesverband, Arbeiter-Samariter-Bund, Maltester Hilfsdienst, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Bethel, Aktion Deutschland Hilft, Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Die Mitgliedsorganisationen setzen jährlich ein Geldspendenvolumen von über 1,4 Mrd. Euro ein. Der Deutsche Spendenrat e.V. vertritt diese gegenüber der Öffentlichkeit sowie staatlichen, politischen und privaten Gremien. Die Mitglieder verpflichten sich, keine sittenwidrige Werbung einzusetzen und hohe Qualitätsstandards einzuhalten. Unter anderem sind Strukturen, Tätigkeit und Finanzen im Rahmen eines Jahresberichts jährlich und transparent offenzulegen. Verbraucher können sich beim Deutschen Spendenrat Informationen und Tipps für sicheres Spenden einholen. Seit dem Frühjahr 2017 verleiht der Deutsche Spendenrat e.V. erstmals ein Spendenzertifikat an Mitgliedsorganisationen. Das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. ist das einzige Prüfverfahren in Deutschland, bei dem externe Wirtschaftsprüfer die Qualitätskontrolle des Spendenzertifikats übernehmen. 

Weitere Informationen über den Spendenrat finden Sie unter www.spendenrat.de. 

V.i.S.d.P. :

Deutscher Spendenrat e.V.
Dr. Max Mälzer
Bernauer Straße 115-118
13355 Berlin

T +49 30 46705-200
F +49 30 46705-202
M +49 151 40904952
info@spendenrat.de
www.spendenrat.de


Die „Bilanz des Helfens 2022“ können Sie hier herunterladen:

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