Spendentipps für Organisationen
Best Practice Guides
Wie machen es andere? Diese Frage hat sich bestimmt jede spendensammelnde Organisation bereits einmal gestellt. Der Deutsche Spendenrat zeigt hier mit Beispielen seiner Mitglieder, wie diese erfolgreich Spenden sammeln.
Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
Wie über vier Millionen Euro für eine Kinderklinik gesammelt werden konnten
Unter dem Titel „Jahresspendenprojekt KIDRON“ starteten die v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel im Frühjahr das Projekt zur Finanzierung einer hochqualifizierten Klinik für an Epilepsie erkrankte Kinder und Jugendliche. Zu stemmen war der Neubau einer Epilepsie-Kinderklinik, in der modernste Medizintechnik und menschliche Wärme Platz haben sollten. Selbstverständlich war auch die Anbindung der neuen Klinik an das renommierte Epilepsie-Zentrum Bethel. Die voraussichtlichen Kosten wurden mit sechs Millionen Euro veranschlagt und die Finanzierung musste ohne öffentliche Zuschüsse und nur durch Spenden erzielt werden.
Um die beträchtliche Summe zu erreichen, war ein ganzes Maßnahmenbündel nötig. Durch die Integration und Verschränkung aller Maßnahmen untereinander konnte mit einem integrierten Kommunikationsansatz eine wirkungsvolle Kampagne gestartet werden.
- In der Zeitschrift „Bote von Bethel“, die mit einer Auflage von 300.000 Exemplaren regelmäßig an Freunde, Förderer und Interessierte Bethels geht, wurde ein Schwerpunktthema „Jahresspendenprojekt Kidron – Hilfe für Kinder mit Epilepsie“ platziert. Dieser Schwerpunkt startete im Frühjahr und wurde in allen folgenden Quartalsausgaben wieder aufgegriffen: Bis einschließlich Weihnachten wurde immer wieder um Spenden gebeten.
- Mit einer Postwurfsendung (8-seitiger Flyer mit Überweisungsformular) an alle Haushalte in der Region Ostwestfalen-Lippe wurde das Projekt vorgestellt und um Spenden geworben.
- Ein bundesweites Brief-Mailing sprach Freunde und Förderer Bethels an und konnte dieser als Unterstützer gewinnen.
- Auf der Internetseite von Bethel (www.bethel.de) wurde das Projekt vorgestellt und es bestand die Möglichkeit, online für das Projekt zu spenden.
- In verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen konnten kostenlose Anzeigen platziert werden.
- Redaktionelle Berichte in TV, Internet und Presse stellten das Projekt dar.





Die Freunde und Förderer Bethels haben den Neubau der Kinder-Epilepsieklinik Kidron mit Spenden in Höhe von mehr als 4,57 Mio. Euro unterstützt. Ohne diese großzügige Unterstützung wäre der Neubau nicht möglich gewesen. Es konnte zügig mit den Planungen und dem Bau begonnen werden und die kleinen Patienten die Klinik beziehen. Die Einweihung fand übrigens durch die Bundeskanzlerin statt. Wenn das kein Erfolg ist.
World Vision Deutschland e.V.
Gesunde Kinder weltweit
- Das Interesse für Entwicklungsthemen und Hilfsprojekte im Ausland muss besonders bei jungen Menschen oft erst einmal durch passende Themenangebote geweckt werden.
- Die Themen-und Spendenangebote sollen nach außen Akzente setzen und somit das Profil der Organisation schärfen.
- Durch ein niedrigschwelliges Spendenangebot sollen junge Menschen an das Spenden herangeführt werden und
- durch fortlaufende Informations-und Mitmachmöglichkeiten ihr Engagement vertiefen können.
Der Akzent, den die internationale Hilfsorganisation World Vision seit einigen Jahren setzt, ist aus dem Kinderfokus ihrer breitgefächerten Arbeit in Armuts-und Krisenregionen und aus wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen über günstige Entwicklungsbedingungen für Kinder erwachsen. Da sich die körperlichen und geistigen Fähigkeiten von Kindern in den ersten fünf Lebensjahren entwickeln, sind früh einsetzende Hilfen besonders wichtig und besonders effektiv. An die erste Stelle seiner Ziele für Kinder stellt World Vision deren Gesundheit und eine gute Ernährung, da sie das Fundament aller weiteren Aspekte des kindlichen Wohlergehens bilden.
Stärkung der Programmarbeit im Bereich Kindergesundheit Best Practice Guide
Das in fast 100 Ländern aktive internationale World Vision-Netzwerk hat die Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit zu einem Schwerpunkt seiner Gesundheitsprogramme gemacht. 2010 verpflichtet sich die Organisation außerdem dazu, die Umsetzung der UN-Strategie „Every woman, every child“ mit einem eigenen Finanzvolumen von 1,5 Milliarden Dollar zu unterstützen. Damit soll bis 2015 das Leben von 16 Millionen Frauen und Kindern gerettet werden. World Vision engagiert sich besonders in Regionen, deren medizinische Versorgung sehr schlecht ist oder in denen Kinder wegen Armut, Ungerechtigkeiten und fehlenden Dokumenten von medizinischer Versorgung abgeschnitten sind. Die Fortschritte der eigenen Arbeit werden regelmäßig gemessen und veröffentlicht. World Vision engagiert sich außerdem in zahlreichen Allianzen und Partnerschaften, die auf nationaler oder internationaler Ebene zu dem Thema arbeiten.



Ansprache der Politik
Mit der Kampagne „Gesunde Kinder weltweit“ (www.gesunde-kinder-weltweit.de) macht World Vision seit 2009 auf die mangelhafte Gesundheitsversorgung in armen Ländern aufmerksam und fordert von der Politik gezielte Hilfen, um die Kinder-und Müttersterblichkeit zu senken. World Vision ist überzeugt: Im 21. Jahrhundert sollte kein Kind mehr an vermeidbaren Krankheiten oder an Hunger sterben müssen. Dazu gibt es jährliche Aktionswochen in vielen Ländern, darunter auch in Deutschland. 2014 stand die Aktion unter dem Motto „5 fürs Leben!“. Mit der ausgestreckten Hand als Symbol konnte man sich dafür aussprechen, dass jedes Kind, egal wo es geboren wird, in den kritischen ersten 5 Lebensjahren die nötige Hilfe bekommt, um gesund aufzuwachsen und ein erfülltes Leben zu führen. Über 6 Millionen Menschen in 71 Ländern folgten dem Aufruf. Politiker wurden zu Diskussionsforen und zahlreichen anderen Veranstaltungen eingeladen. In Deutschland beteiligten sich vor allem Schulen und Kitas und sendeten tausende Wunschkarten mit persönlichen Wünschen für Kinder in armen Ländern.

Ansprache von Spendern
Mit dem „Starthelfer“ macht World Vision Spendern ein niedrigschwelliges Angebot (für 9 Euro im Monat), gezielt die Gesundheit von Kleinkindern und werdenden Müttern zu unterstützen. Ziel der geförderten Maßnahmen ist es, Kindern aus schwach entwickelten Regionen einen guten Start ins Leben zu ermöglichen: etwa durch professionelle Geburtshilfe, Ernährungs- und Hygieneberatung für die Eltern sowie bewährte Vorsorge-Maßnahmen gegen die gefährlichsten Krankheiten.
Auf der Webseite www.starthelfer.de wird das Angebot anschaulich mit Grafiken und Hintergrundinformationen vorgestellt, unter dem Motto: „Mit kleinem Beitrag den Kleinsten helfen“. Der monatliche World Vision-Newsletter hat 2-3 Mal im Jahr einen Starthelfer-Themenschwerpunkt. Auch die Aktionsmaterialien zur Kampagne „Gesunde Kinder weltweit“ machen auf die Starthelfer-Spendenmöglichkeit aufmerksam. Bei der jährlichen Sankt Martin-Aktion „Lichterkinder“ lädt World Vision außerdem Kindergruppen ein, sich mit der Lebenssituation von Kindern in einem der Projektländer zu beschäftigen und ein Starthelfer-Projekt mit Spenden zu unterstützen. Für die Aktion „Lichterkinder“ engagiert sich jeweils ein prominenter Botschafter als Schirmherr/in. Über die Aktionen und Ergebnisse berichten vor allem lokale und regionale Medien.
- World Vision wird laut Spender-Befragungen eindeutiger als Kinderhilfsorganisation wahrgenommen und mit dem Thema Kindergesundheit in Verbindung gebracht.
- World Vision bringt seine Expertise mit einer wachsenden Unterstützer-Basis in politische Entscheidungsprozesse zur Finanzierung von Entwicklungsvorhaben im Bereich Gesundheit ein und hat das Thema im Verbund mit anderen Organisationen wiederholt erfolgreich auf die Agenda von G7/G8- und G20-Gipfeln sowie der UN-Generalversammlung in New York gebracht.
- Aktuell (Stand: Mai 2015) fördern 20.000 Starthelfer in Deutschland mit einer regelmäßigen Spende die Arbeit für Kleinkinder und werdende Mütter. 20-30jährige Spenderinnen und Spender bilden die Hauptzielgruppe und engagieren sich auch am stärksten. Rund ein Viertel der „Starthelfer“ unterstützt durch eine Kinderpatenschaft auch die umfassende Entwicklungshilfe für Kinder, Familien und Gemeinden in armen Regionen.