Pressemitteilung vom 18. Februar 2026
Bilanz des Helfens 2025
Bilanz des Helfens 2025: Weniger Spenderinnen und Spender – aber Rekord bei der Einzelspende
Herausragendes Spendenverhalten in der Advents- und Weihnachtszeit – Jüngere Generationen legen zu und regionale Unterschiede bleiben deutlich
Berlin, 18. Februar 2026 – Die heute vom Deutschen Spendenrat e. V. gemeinsam mit YouGov vorgestellte „Bilanz des Helfens 2025“ zeichnet ein differenziertes Bild des deutschen Spendenmarktes: Während die Zahl der Spenderinnen und Spender sowie das Gesamtvolumen rückläufig sind, erreicht die durchschnittliche Spende pro Einzelgabe einen neuen Höchststand.
Im Zeitraum Januar bis Dezember 2025 spendeten deutschen Privatpersonen 4,649 Milliarden Euro – rund 9 Prozent (463 Millionen Euro) weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Spende pro Spendenakt auf den Rekordwert von 46 Euro und somit etwa drei Euro mehr als im Jahr 2024.
„Die Zahlen zeigen: Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist ungebrochen, aber sie verändert sich“, erklärt Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Spendenrates e. V. und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen in Bethel. „In wirtschaftlich und gesellschaftlich unsicheren Zeiten wägen die Menschen ihre Entscheidungen sorgfältiger ab. Doch wenn sie helfen, dann tun sie es mit Überzeugung und mit Substanz.“
Die „Bilanz des Helfens 2025“ können Sie hier herunterladen:
Dezember als Stabilitätsanker
Der Dezember 2025 entwickelte sich zu einem außergewöhnlich starken Spendenmonat. Mit 1,124 Milliarden Euro lag er 15 Prozent über dem Vorjahr und machte 24 Prozent des gesamten Jahresaufkommens aus.
„Der Dezember zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der deutschen Zivilgesellschaft steckt“, sagt Martin Wulff, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrates e. V. „Gerade zum Jahresende bündeln sich Aufmerksamkeit, Solidarität und Verantwortungsgefühl. Diese Dynamik ist ein wichtiges Signal für unsere Demokratie und für das Vertrauen in gemeinnützige Organisationen.“
Weniger Spenderinnen und Spender deuten auf strukturelle Veränderungen
Im Jahr 2025 spendeten 15,8 Millionen Menschen und damit rund 848 Tausend Menschen weniger als im Vorjahr. Die Spenderreichweite liegt damit bei 24 Prozent der Bevölkerung.
Die Generation 60+ bleibt mit einem Anteil von 58 Prozent die wichtigste Stütze des Spendenaufkommens. Insgesamt verzeichnete diese Altersgruppe jedoch einen Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die besonders spendenaktive Wiederaufbau-Generation (74 Jahre und älter) umfasst heute rund 10 Prozent weniger Menschen als noch vor einem Jahr . Das entspricht rund einer Million Menschen weniger in dieser Altersgruppe. Gleichzeitig gibt es positive Signale aus jüngeren Altersgruppen: Die 40–49-Jährigen steigerten ihre Spenden deutlich, ebenso die 60–69-Jährigen.
„Für spendensammelnde Organisationen bedeutet diese Entwicklung, dass wir neue Zielgruppen noch differenzierter ansprechen müssen“, sagt Bianca Kaltschmitt, Stellvertretende Generalsekretärin von Help – Hilfe zur Selbsthilfe e. V., Mitglied bei Aktion Deutschland Hilft e. V. und langjähriges Mitglied im Deutschen Spendenrat e. V. „Wir erleben in unserer täglichen Arbeit, dass Menschen weiterhin helfen wollen, insbesondere bei akuten Krisen. Gleichzeitig spüren wir, dass Budgets bewusster geplant werden. Transparenz, Glaubwürdigkeit und nachvollziehbare Wirkung sind daher wichtiger denn je.“
Zwischen Verunsicherung und Verbundenheit: Spenden bleiben lokal verankert
Die „Bilanz des Helfens 2025“ zeigt ein ambivalentes Bild: Trotz steigender nominaler Einkommen und hoher Sparquoten herrscht bei vielen Menschen eine spürbare Verunsicherung. Ausgaben, und somit auch Spenden, werden genauer abgewogen. Gleichzeitig bleibt die Bereitschaft zu helfen bestehen und richtet sich zunehmend auf das unmittelbare Umfeld: 35 Prozent der Spenden fließen inzwischen in lokale Projekte. Nähe und konkret erlebbare Wirksamkeit gewinnen weiter an Bedeutung. Zwar geht die Not- und Katastrophenhilfe gegenüber dem Vorjahresniveau zurück, liegt aber weiterhin über dem Stand von 2019; Zuwächse zeigen sich vor allem bei sozialen Zwecken wie Armut, Obdachlosigkeit oder Seniorenhilfe. Regional fallen die Entwicklungen unterschiedlich aus: Während insbesondere Nordrhein-Westfalen und Bayern im Vergleich zum Jahr 2019 ihre Spendeneinnahmen steigern konnten, bleibt das bundesweite Spendenvolumen 2025 insgesamt unter dem Vorkrisenniveau.
Ausblick auf die Pressekonferenz
Die vollständigen Ergebnisse der „Bilanz des Helfens 2025“ werden am kommenden Mittwoch, den 18. Februar im Bundespresseamt vorgestellt. Neben vertiefenden Analysen zu Generationeneffekten, Einkommensgruppen und Spendenmotiven werden dort weitere exklusive Daten präsentiert, unter anderem zur langfristigen Entwicklung seit 2011 sowie zu strukturellen Veränderungen im Spendenverhalten.
Über die Erhebung
Die „Bilanz des Helfens – Trends und Prognosen“ wird von der YouGov CP Germany GmbH (CP: Consumer Panel), einem weltweit führenden Anbieter von Daten und Analytik, im Auftrag des Deutschen Spendenrats e.V. durchgeführt. Sie ist ein Teilergebnis der Studie Charity Panel, die auf kontinuierlichen schriftlichen Erhebungen bei einer repräsentativen Stichprobe von 10.000 Panelteilnehmern basiert. Das Charity Panel von YouGov ermittelt fortlaufend Daten zum Spendenverhalten von privaten Verbrauchern in Deutschland. Unter anderem werden Spendenvolumen, Spendenhöhe und bevorzugte Tätigkeitsbereiche abgefragt. Als Spende zählen die von deutschen Privatpersonen freiwillig getätigten Geldspenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfs- sowie Wohltätigkeitsorganisationen und Kirchen. Nicht enthalten sind Erbschaften und Unternehmensspenden, Spenden an politische Parteien und Organisationen und gerichtlich veranlasste Geldzuwendungen, Stiftungsneugründungen und Großspenden über 2.500 Euro.
Weitere Informationen
Martin Wulff
Deutscher Spendenrat e.V.
T +49 30 83001502
wulff@spendenrat.de
Lars Kolan
Deutscher Spendenrat e.V.
T +49 30 83001502
kolan@spendenrat.de
Bianca Corcoran-Schliemann
YouGov CP Germany
T +49 911 95034741
bianca.corcoran-schliemann@yougov.com
Zum Deutschen Spendenrat e.V.
Seit 33 Jahren setzen sich die Mitgliedsorganisationen des Deutschen Spendenrats e.V. für die Stärkung von Transparenz im deutschen Spendenwesen ein. Der Deutsche Spendenrat ist ein gemeinnütziger Dachverband von 78 spendensammelnden, gemeinnützigen Organisationen aus den Bereichen soziale und humanitäre Hilfe, Umwelt und Tierschutz, Kunst- und Kultur sowie Denkmalschutz. Mitglieder sind u.a. Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Maltester Hilfsdienst, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, v. Bodelschwingsche Stiftungen Bethel, Aktion Deutschland Hilft, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Deutsche Umwelthilfe oder die Heinz-Sielmann-Stiftung. Die Mitgliedsorganisationen setzen jährlich ein Geldmittelvolumen von rund zwei Milliarden Euro ein. Der Deutsche Spendenrat e.V. vertritt diese gegenüber der Öffentlichkeit sowie staatlichen, politischen und privaten Gremien. Die Mitglieder verpflichten sich, keine sittenwidrige Werbung einzusetzen und hohe Qualitätsstandards einzuhalten. Unter anderem sind Strukturen, Tätigkeit und Finanzen im Rahmen eines Jahresberichts jährlich und transparent offenzulegen. Verbraucher können sich beim Deutschen Spendenrat Informationen und Tipps für sicheres Spenden einholen. Seit 2017 verleiht der Deutsche Spendenrat e.V. das sogenannte „Spendenzertifikat“ an seine gesondert geprüften Mitgliedsorganisationen. Die Verleihung des Spendenzertifikats des Deutschen Spendenrats e.V. setzt das Bestehen eines in Deutschland einmaligen Prüfverfahrens voraus. Bei diesem prüfen externe Wirtschaftsprüfer die Einhaltung wichtiger Grundsätze zur Transparenz und Spendenethik und übernehmen somit die Qualitätskontrolle der Mitgliedsorganisationen des Deutschen Spendenrates e. V.
Weitere Informationen über den Spendenrat finden Sie unter www.spendenrat.de.
Über YouGov
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