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Spendenjahr 2016: Spendenfreude fast ungebrochen

17.11.2016

Spendenaufkommen erzielt zweitbestes Ergebnis der letzten zehn Jahre

Berlin, 17. November 2016 – Die Deutschen haben von Januar bis September 2016 rund 3,1 Milliarden Euro gespendet. Das ist das zweitbeste Ergebnis der letzten zehn Jahre. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, der durch die Erdbeben in Nepal und die Flüchtlingswelle geprägt war, ist ein Minus von 9,9 Prozent zu verzeichnen. Das sind Ergebnisse einer aktuellen GfK-Analyse im Auftrag des Deutschen Spendenrats.

Rund 17,8 Millionen Menschen spendeten in den ersten drei Quartalen 2016 (Zeitraum Januar bis September) Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind das etwa 0,6 Millionen Menschen weniger. Neben diesem Rückgang in der Spenderzahl, sank auch der Betrag einer durchschnittlichen Spende von 35 auf 32 Euro. Die Spendenhäufigkeit stieg dagegen von 5,3 auf 5,5 Spenden pro Person.

Ursache des Rückgangs: Keine großen medienwirksamen Katastrophen im Januar bis September 2016

Die Verluste im Spendenvolumen betreffen vor allem den Bereich humanitäre Hilfe. Daneben muss auch der Tierschutz ein Spendenminus verbuchen. Die Spenden für Umwelt-/Naturschutz blieben auf Vorjahresniveau. Der Bereich Kultur-/ Denkmalpflege konnte nach den Verlusten im Vorjahr wieder ein leichtes Plus verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entfällt ein deutlich geringerer Anteil des Spendenvolumens auf die Not-/Katastrophenhilfe. Im Vorjahr wurde in diesem Bereich vor allem wegen der Erdbeben in Nepal und in Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise gespendet. Nur etwa ein Drittel der Verluste im Bereich der Katastrophenhilfe wird für andere Zwecke gespendet. Rund zwei Drittel gehen dem Markt verloren, da Spender entweder gar nicht mehr oder weniger spenden.

2,9 Millionen Menschen spenden für Flüchtlinge im In- und Ausland

Rund 2,9 Millionen Menschen – das sind 4 Prozent der Deutschen über 10 Jahre – haben in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres Geld für Flüchtlinge gespendet. Während 41 Prozent des Spendenaufkommens für Flüchtlinge für internationale Projekte bestimmt waren, wurden 30 Prozent für nationale Projekte und 29 Prozent für regionale Projekte vor Ort gegeben. Damit wirken weit mehr als die Hälfte der Spenden für Flüchtlinge innerhalb Deutschlands. Spender für die lokalen Flüchtlingsprojekte sind mit einem Durchschnittsalter von 55 Jahren deutlich jünger als der Durchschnitt aller Spender (62 Jahre). Mit durchschnittlich 45 Euro sind die Spenden für Flüchtlinge zudem deutlich höher als die Durchschnittsspende, die bei 32 Euro liegt.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2016

Die bisherige Entwicklung lässt für das Gesamtjahr 2016 ein Spendenvolumen in Höhe von etwa 5 Milliarden Euro erwarten. Dazu Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats e.V.: „Auch wenn das Rekordniveau des Jahres 2015 nicht erreicht wird, freuen wir uns, dass sich die langfristig positive Entwicklung der Spendeneinnahmen fortsetzt. Und der Grund für den leichten Rückgang des Spendeneinkommens ist in diesem Fall auch positiv, wir hatten bisher keine großen, medienwirksamen Katastrophen in diesem Jahr.“

Zur Studie

Die Studie „Spendenjahr 2016: Trends und Prognose“ im Auftrag des Deutschen Spendenrats e.V. ist ein Teilergebnis der Studie GfK CharityScope, die auf kontinuierlichen schriftlichen Erhebungen bei einer repräsentativen Stichprobe von 10.000 Panelteilnehmern basiert. GfK CharityScope ermittelt fortlaufend Daten zum Spendenverhalten von privaten Verbrauchern in Deutschland. Unter anderem werden Spendenvolumen, Spendenhöhe und bevorzugte Tätigkeitsbereiche abgefragt. Als Spende zählen die von deutschen Privatpersonen freiwillig getätigten Geldspenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfs- sowie Wohltätigkeitsorganisationen und Kirchen. Nicht enthalten sind Erbschaften und Unternehmensspenden, Spenden an politische Parteien und Organisationen und gerichtlich veranlasste Geldzuwendungen, Stiftungsneugründungen und Großspenden über 2.500 Euro.

Weitere Informationen:
Gertrud Bohrer, GfK
T: +49 911 395 3501, gertrud.bohrer@gfk.com

Daniela Felser, Deutscher Spendenrat e.V.
T: +49 (0) 175 22 401 78, felser@spendenrat.de

Zum Deutschen Spendenrat

Seit über 20 Jahren setzen sich die Mitgliedsorganisationen des Deutschen Spendenrats e.V. für die Stärkung von Transparenz im deutschen Spendenwesen ein. Der Deutsche Spendenrat ist ein gemeinnütziger Dachverband von 65 Spenden sammelnden, gemeinnützigen Organisationen aus den Bereichen soziale und humanitäre Hilfe, Umwelt und Tierschutz, Kunst- und Kultur sowie Denkmalschutz. Mitglieder sind u.a. Deutsches Rotes Kreuz e.V. Bundesverband, Arbeiter-Samariter-Bund, Maltester Hilfsdienst, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Bethel, Aktion Deutschland Hilft, Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Er vertritt diese gegenüber der Öffentlichkeit sowie staatlichen, politischen und privaten Gremien. Die Mitglieder verpflichten sich, keine sittenwidrige Werbung einzusetzen und hohe Qualitätsstandards einzuhalten. Unter anderem sind Strukturen, Tätigkeit und Finanzen im Rahmen eines Jahresberichts jährlich und transparent offen zu legen. Verbraucher können sich beim Deutschen Spendenrat Informationen zum richtigen Spendenverhalten einholen. Er bietet auch Fortbildungen zu Rechnungslegung für NRO an. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert (www.transparenz-leicht-gemacht.de). Im Frühjahr 2017 wird der Deutsche Spendenrat e.V. erstmals ein Spendenzertifikat an Mitgliedsorganisationen vergeben.

Weitere Informationen finden Sie unter www.spendenrat.de.

Über GfK

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Die Studie zum "Spendenjahr 2016: Trends + Prognose" können Sie hier herunterladen:

Trends_und_Prognosen_2016.pdf