Pressemitteilung vom 15. Juni 2026
Meilensteine beim Deutschen Spendenrat erreicht
Mitgliederversammlung kommt in der Gedenkstätte Berliner Mauer zusammen
Über zwei wichtige Meilensteine der Vereinsentwicklung informierte der Deutsche Spendenrat während seiner diesjährigen Mitgliederversammlung: die institutionelle Bestätigung, dass das Spendenzertifikat zu den maßgeblichen Transparenz- und Qualitätsnachweisen für gemeinnützige Organisationen in Deutschland zählt, sowie den bevorstehenden Relaunch der Homepage. Mit Vertretern von rund 40 spendensammelnden Organisationen waren mehr als die Hälfte der Mitglieder anwesend.


Das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats wird heute als einer der maßgeblichen Transparenz- und Qualitätsnachweise für gemeinnützige Organisationen in Deutschland anerkannt. Ausdruck dieser Entwicklung ist unter anderem die zuletzt erfolgte Anpassung der Förderpraxis des Auswärtigen Amts, welches das Spendenzertifikat im Antragsverfahren als anerkannten Nachweis für Transparenz, Wirtschaftlichkeit und verantwortungsvolle Mittelverwendung berücksichtigt. Für zertifizierte Organisationen ergeben sich dadurch vereinfachte Antragsverfahren.
Zudem verschafft das Spendenzertifikat Spenderinnen und Spendern seit nunmehr zehn Jahren die Gewissheit, dass die geprüfte Organisation die ihnen anvertrauten Spenden satzungsgemäß verwendet, sich nach einem eng gefassten ethisch-moralischen Kodex verhält und die Strukturen des Vereins und die Verwendung der Spendengelder regelmäßig offenlegt.
Die neue Homepage des Deutschen Spendenrats, deren Freischaltung in Kürze geplant ist, wird die Mitgliedsorganisationen und den Mehrwert des Spendenzertifikats noch stärker sichtbar machen. Im Mittelpunkt stehen dabei die unabhängige Wirtschaftsprüfung und die damit verbundenen Transparenz- und Qualitätsstandards, deren Einhaltung Voraussetzung für die Vergabe des Zertifikats ist. Die Mitglieder können die Inhalte der Homepage künftig direkt mitgestalten und so die Vielfalt ihres Engagements und der zahlreichen Spenden-Möglichkeiten darstellen.
Die 77 Mitglieder des Spendenrats haben im Berichtsjahr 2025 insgesamt zwei Milliarden Euro Spenden gesammelt. 25 Mitglieder durften während der Versammlung oder bereits bei Vor-Ort-Terminen zuvor erneut ihr Spendenzertifikat nach erfolgreicher externer Wirtschaftsprüfung entgegennehmen, darunter so wichtige Organisationen wie Aktion Deutschland hilft, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, Deutscher Tierschutzbund, Luftfahrt ohne Grenzen e.V. oder Help – Hilfe zur Selbsthilfe. Erstmals wurden die Deutsche Umwelthilfe, Kinderlachen; Blau-Gelbes Kreuz – Deutsch-Ukrainischer Verein; NRC Flüchtlingshilfe Deutschland gGmbH und Aktion gegen den Hunger mit dem Spendenzertifikat ausgezeichnet. Als neues Mitglied wurde die Stiftung Indienhilfe begrüßt.


Seit über 20 Jahren gibt der Spendenrat gemeinsam mit der YouGov CP Germany GmbH jährlich die “Bilanz des Helfens” heraus, eine auf repräsentativen Umfragen basierende Erhebung von Spendendaten. “Der Deutsche Spendenrat ist die fachliche und datenbasierte Stimme im deutschen Spendenwesen”, resümierte der Vorsitzende Pastor Ulrich Pohl seinen Bericht. Wesentliche Aufgabe des Spendenrates sei es zudem, in politischen Debatten Position für den gemeinnützigen Sektor zu beziehen, ergänzte Geschäftsführer Martin Wulff. “Damit stärken wir unsere Position in den öffentlichen und medialen Debatten”, sagte er.
Die wirtschaftliche Lage des Vereins sei sehr stabil, führte Schatzmeister Samuel Bayer aus. Gerade in weltpolitisch unsicheren Zeiten sei das eine wichtige Basis für die Arbeit des Verbandes und aller seiner Mitgliedsorganisationen. Diese zeigten sich erleichtert, dass die Mitgliedsbeiträge konstant bleiben, gingen doch gerade beispielsweise bei der humanitären Hilfe die öffentlichen Zuwendungen stark zurück. Diskutiert wurde außerdem darüber, dass der politische Druck auf die Arbeit der Zivilgesellschaft in den letzten anderthalb Jahren spürbar gestiegen sei.
Die Mitgliederversammlung fand in den Räumen der Gedenkstätte Berliner Mauer statt. Einen eindrucksvollen Impuls sowie eine Führung über das Gelände an der Bernauer Straße gab es von Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer. Welche Wirkung Totalitarismus und Unterdrückung der Zivilgesellschaft entfalten, konnten die Mitglieder, die aus allen Ecken des Landes angereist waren, an der Grenze an der Bernauer Straße hautnah spüren.

