Studie Bilanz des Helfens



Bilanz des Helfens 2008

11.09.2008

60 Mio. EUR mehr an Spenden

Willi Haas, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Spendenrates e.V.
Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrates e.V.
Eric Lämmerzahl, Research Manager der GfK Panel Services Deutschland GmbH

Trend zu mehr Geldspenden im 1. HJ 2008: Plus sieben Prozent - Trend: Spendenbereitschaft sinkt, Skepsis nimmt zu - Mehr Spender - Zunehmend mehr Spenden im persönlichen Umfeld

Berlin, 11.09.2008, 60 Mio. EUR mehr an Spendengeldern sammelten gemeinnützige Organisationen, Hilfsorganisationen und Kirchen im Jahr 2008: Das Spendenaufkommen im ersten Halbjahr 2008 lag bei 903 Mio. EUR, während im Vergleichszeitraum des Vorjahres nur Geldspenden in Höhe von 843 Mio. EUR eingingen. Dies steht auch im Zusammenhang mit den Naturkatastrophen in Asien. Das ergibt einen Zuwachs von 60 Mio. EUR oder 7,1 Prozent. Die Zahl der Spender steigt mit 2 Prozent nur leicht an. Die meisten Spenden gehen in die humanitäre Hilfe (77,9 Prozent), danach folgen mit großem Abstand die Kultur- und Denkmalpflege sowie der Tier- und Umweltschutz. Das ist das zentrale Ergebnis der jährlichen „Bilanz des Helfens“, einer vom Deutschen Spendenrat e.V. bei der GfK AG Panel Services Deutschland in Auftrag gegebenen Studie die den Spendenmarkt regelmäßig analysiert.

Trend zu mehr Geldspenden

In Deutschland hält der Trend zu mehr Geldspenden an: Im ersten Halbjahr 2008 wurde mehr gespendet als im Vorjahreszeitraum. Die spendensammelnden Organisationen konnten insgesamt 903 Mio. EUR und damit 60 Mio. EUR (7,1 Prozent) mehr als im Vorjahr (843 Mio. EUR) einsammeln. Dies steht auch im Zusammenhang mit den Katastrophen in Asien und dem gestiegenen Engagement im Bereich der Kultur- und Denkmalpflege.

Gespendet wird für Kinder und Kirche – vor allem von Menschen über 60

Ungebrochen sind Spenden für Kinder und Zuwendungen für die Kirche die Hauptantriebskräfte für den Spendenmarkt, der noch immer zur Hälfte von Menschen über 60 Jahren getragen wird.

Höheres Spendenaufkommen – kritischere Spender

Obwohl die Anzahl der Spender und das Spendenaufkommen insgesamt ansteigen, steigt die Skepsis bei den Spendern erkennbar: Es wird bemängelt, dass zu hohe Verwaltungsausgaben bei den Organisationen dazu führen, dass weniger Gelder als möglich bei den Bedürftigen ankommen. Die Spender verlagern daher ihre Zuwendungen weg von den Organisationen hin zu bedürftigen Menschen in ihrem persönlichen Umfeld.

Aussagen zum Spendenverhalten

  • Die Befragung zum Spendenverhalten zeigt eine Tendenz dazu, dass Spender lieber für Menschen im persönlichen Umfeld "vor der Haustür" oder zumindest in Deutschland geben als irgendwo in der weiten Welt.
  • Der Aussage "Spenden sind für mich ganz selbstverständlich" stimmen nur 23,6 Prozent der Befragten zu, im Vorjahreszeitraum waren es noch 26,3 Prozent. Dagegen stimmen 45,8 Prozent dieser Aussage nicht zu (2007: 41 Prozent).
  • Zunehmend mehr potentielle Spender kommen zu dem Schluss, dass sie sich in ihrer wirtschaftlichen Situation keine Spenden mehr leisten können.
  • Die Befragten behaupten außerdem, dass sie durch individuelle Betreuung mehr spenden würden.

Spendenrat: Nur Transparenz kann Vertrauen schaffen

Die Mitglieder des Deutschen Spendenrats e.V. haben sich schon seit Jahren zu hohen Transparenzstandards selbst verpflichtet, indem sie ihre Spendeneinnahmen und deren Verwendung in Jahresberichten offen legen. "Nur Transparenz kann Vertrauen schaffen. Vor diesem Hintergrund sind weiterhin Vertrauen und Offenheit zentrale Punkte für jede spendensammelnde Organisation.", so Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats e.V.

Über die Bilanz des Helfens

Die "Bilanz des Helfens" ist ein Teilergebnis aus der Erhebung GfK Charity*Scope. Die Basis des GfK Charity*Scope ist das Spendenvolumen der privaten deutschen Bevölkerung ab 10 Jahren. Mittels Marktforschung werden für die "Bilanz des Helfens" monatlich Daten über das Spendenverhalten einer Testgruppe von 10.000 Bundesbürgern erhoben. Die Auswertung erfolgt nach Kriterien wie Spendenvolumen, Tätigkeitsbereiche und lokalem Bezug der bedachten Organisationen, Alter der Spender, usw.

Als Spende zählen die von deutschen Privatpersonen freiwillig getätigten Geld-, Sach- und Zeitspenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfsorganisationen und/oder Wohltätigkeitsorganisationen sowie Kirchen. Ausgeschlossen sind Spenden an politische Parteien und/oder Organisationen sowie gerichtlich veranlasste Spenden.

Über den Deutschen Spendenrat e.V.

Der Deutsche Spendenrat e.V. ist die Interessenvertretung von 64 spendensammelnden, gemeinnützigen Organisationen aus den Bereichen soziale und humanitäre Hilfe, Umwelt und Tierschutz. Er vertritt diese gegenüber der Öffentlichkeit sowie staatlichen, politischen und privaten Gremien. Zudem steht er für mehr Transparenz im Spendenwesen und somit auch für höheren Verbraucherschutz. Der Deutsche Spendenrat e. V. tritt für eine neue Kultur des Spendens in Deutschland ein und hat sich maßgeblich gemeinsam mit anderen Dachorganisationen für das neue "Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements" engagiert.

Zur GfK Gruppe

Die GfK AG Panel Services Deutschland gehört zur GfK Gruppe. Die GfK ist die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen in der Welt und in den fünf Geschäftsfeldern Custom Research, Retail and Technology, Consumer Tracking, Media und HealthCare aktiv. Neben 13 Niederlassungen in Deutschland gehören zur GfK-Gruppe weltweit über 130 Unternehmen in über 70 Ländern an. Von den derzeit rund 9.100 Beschäftigten arbeiten 80 Prozent außerhalb Deutschlands.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:www.gfk.com

Pressekontakt

Deutscher Spendenrat e.V.
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Unter den Linden 14
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E-Mail: hinz@spendenrat.de
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Telefon +49 (911) 395 41 57
Assistentin: Frau Daniela Hinz
E-Mail: erik.laemmerzahl@gfk.com


Die "Bilanz des Helfens 2008" können Sie hier herunterladen:

Bilanz_des_Helfens_2008.pdf