Studie Bilanz des Helfens



Bilanz des Helfens 2007

25.09.2007

Deutsche Spenden wieder mehr

Willi Haas, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Spendenrates e.V.
Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrates e.V.
Eric Lämmerzahl, Research Manager der GfK Panel Services Deutschland GmbH

Mehr Geldspenden im 1. Halbjahr 2007 - Ältere und sozial Engagierte spenden mehr - Mehr Zeitspenden - Spendenrat fordert mehr Transparenz beim Spenden

Berlin, 25.09.2007, Geldspenden für einen guten Zweck sprudeln in Deutschland wieder kräftiger: Das Spendenaufkommen im ersten Halbjahr 2007 lag bei 843 Mio. EUR, während im Vergleichszeitraum des Vorjahres Geldspenden in Höhe von 773 Mio. EUR eingin-gen. Damit ergibt sich ein Zuwachs von 70 Mio. EUR bzw. 9,1 %. Vor allem ältere sowie sozial und ehrenamtlich engagierte Spender sorgen für eine Belebung des Spendenmarktes. Das ist das zentrale Ergebnis der jährlichen Studie "Bilanz des Helfens" bei der Analyse des Spendenmarkts 2006/2007, die der Deutsche Spendenrat e.V. bei der GfK Panel Services Deutschland GmbH in Auftrag gegeben hat.

Mehr Geldspenden

Der Geldspendenmarkt in Deutschland zeigt sich im ersten Halbjahr 2007 erholt: Die Spendeneinnahmen sind wieder deutlich höher als in 2006 und ab März 2007 auch höher als im Boomjahr 2005 (Tsunami-Effekt). Im ersten Halbjahr konnten die spendensammelnden Organisationen Einnahmen in Höhe von insgesamt 843 Mio. EUR und damit 70 Mio. EUR (9,1 %) mehr als im Vorjahr (773 Mio. EUR) verzeichnen.

Ältere und sozial Engagierte sind spendenfreudiger

Vor allem ältere Menschen über 60 Jahren sowie sozial und ehrenamtlich engagierte Mitbürger sorgen für die Belebung des Spendenmarktes: Fast 70 % der Geldspenden kamen im 1. Halbjahr 2007 von den über 50-jährigen. Im Vergleich dazu sind die 20 bis 39-jährigen nur für 15,6 % des Spendenvolumens verantwortlich. Mehr als die Hälfte der Geldspenden (57 %) wird von Menschen getätigt, die auch ehrenamtlich tätig sind. Zurückhaltend zeigen sich Spender mit einem hohen Einkommen und ohne ehrenamtliches Engagement.

Deutlich mehr Zeitspenden

Deutlich engagierter sind die Deutschen bei freiwilligen und ehrenamtlichen Tätigkeiten - Zeit, die sie für den guten Zweck aufwenden: Hier ist ein Zuwachs von 28,1 % festzustellen. Während im 1. Halbjahr 2006 Zeitspenden im Wert von 26,4 Mio. EUR geleistet wurden, erhöhte sich das Engagement im 1. Halbjahr 2007 auf 33,8 Mio. EUR.

Vertrauen ist sehr wichtig

Die Spender vertrauen vor allem bekannten Organisationen, die mit ihrer Arbeit Ziele verfolgen, die dem Spender wichtig sind. Das Vertrauen in Organisationen im Allgemeinen lässt aber nach.

Spendenrat fordert mehr Transparenz beim Spenden

"Der Bericht bestätigt die Erfahrungen des Deutschen Spendenrates, dass die Deutschen zunehmend an ihnen bekannte bzw. ihnen als seriös bekannte Organisationen spenden. Hier wird Misstrauen gegenüber unbekannten und kleineren Organisationen deutlich, da über deren Tätigkeit zu wenig bekannt ist und denen man deshalb mit Vorbehalten gegenüber tritt.", so Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrates e.V. Der Spendenrat fordert und fördert deswegen mehr Transparenz im Spendenwesen, damit alle, die wirklich Gutes tun, auch vorbehaltlos unterstützt werden können. "Damit auch kleinere Organisationen das Vertrauen des Bundesbürgers genießen oder gewinnen können, empfiehlt der Deutsche Spendenrat e.V. diesen eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit u. a. auch durch Bekanntgabe ihrer Jahresberichte.", so die Geschäftsführerin weiter.

Über die Bilanz des Helfens

Die "Bilanz des Helfens" ist ein Teilergebnis aus der Erhebung GfK Charity*Scope. Die Basis des GfK Charity*Scope ist das Spendenvolumen der privaten deutschen Bevölkerung ab einem Lebensalter von 10 Jahren. Mit Mitteln der Marktforschung werden für die "Bilanz des Helfens" monatlich Daten über das Spendenverhalten einer Testgruppe von 10.000 Bundesbürgern erhoben. Die Auswertung erfolgt nach Kriterien wie Spendenvolumen, Tätigkeitsbereiche und lokalem Bezug der bedachten Organisationen, Alter der Spender, usw.

Als Spende zählen die von deutschen Privatpersonen freiwillig getätigten Geld-, Sach- und Zeitspenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfs- und/oder Wohltätigkeitsorganisationen sowie Kirchen. Ausgeschlossen sind Spenden an politische Parteien und/oder Organisationen sowie "gerichtlich veranlasste Spenden" (Bußgelder und Geldstrafen).

Über den Deutschen Spendenrat e.V.

Der Deutsche Spendenrat e.V. ist die Interessenvertretung von rund 70 spendensammelnder, gemeinnütziger Organisationen mit einem Gesamtspendenvolumen von etwa 250 Mio. EUR/Jahr aus den Bereichen soziale und humanitäre Hilfe, Umwelt und Tierschutz. Der Deutsche Spendenrat e.V. vertritt diese gegenüber der Öffentlichkeit sowie staatlichen, politischen und privaten Gremien. Zudem steht der Deutsche Spendenrat e.V. für mehr Transparenz im Spendenwesen und somit auch für höheren Verbraucherschutz. Der Deutsche Spendenrat e.V. tritt für eine neue Kultur des Spendens in Deutschland ein und hat sich maßgeblich gemeinsam mit anderen Dachorganisationen in der Projektgruppe "Reform des Gemeinnützigkeit- und Spendenrechts" für die Verabschiedung des neuen Gesetzes zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements eingesetzt, welches am 21. September 2007 verabschiedet wurde.

Zur GfK Gruppe

Die GfK Panel Services Deutschland GmbH gehört zur GfK Gruppe. Die GfK ist die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen in der Welt und in den fünf Geschäftsfeldern Custom Research, Retail and Technology, Consumer Tracking, Media und HealthCare aktiv. Neben 13 Niederlassungen in Deutschland gehören der GfK-Gruppe weltweit über 130 Unternehmen in über 70 Ländern an. Von den derzeit 7.700 Beschäftigten arbeiten 80% außerhalb Deutschlands.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:www.gfk.com

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Deutscher Spendenrat e.V.
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Assistentin: Frau Daniela Hinz
E-Mail: hinz@spendenrat.de
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90319 Nürnberg
Telefon +49 (911) 395 41 57
Assistentin: Frau Daniela Hinz
E-Mail: erik.laemmerzahl@gfk.com


Die "Bilanz des Helfens 2007" können Sie hier herunterladen:

Bilanz_des_Helfens_2007.pdf