Studie Bilanz des Helfens



Bilanz des Helfens 2005

27.09.2005

Deutsche spenden 2,6 Milliarden Euro / Deutscher Spendenrat und GfK legen erstmals "Bilanz des Helfens" über ein Jahr vor

Berlin - Die Spendenbereitschaft ist so hoch wie noch nie: Die Deutschen haben in einem Jahr mit 2,6 Milliarden Euro wohltätige Zwecke unterstützt. Die Durchschnittsspende liegt bei rund 33,16 Euro. Das zeigt eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und des Deutschen Spendenrats. Laut der "Bilanz des Helfens" hat jeder Vierte vom 1. Juli 2004 bis zum 31. Juni 2005 in der Bundesrepublik Geld gespendet. Damit konnte die Anzahl der finanziellen Unterstützer (Bevölkerung ab 10 Jahren) insgesamt auf 28,1 Prozent gesteigert werden.

Beim ehrenamtlichen Engagement liegen die Zahlen noch höher: Jeder Zweite Bundesbürger hat sich mit einer "Zeitspende" engagiert. Das sind insgesamt 3,3 Milliarden Stunden pro Jahr; im Durchschnitt 100.8 Stunden pro Person. "Besonders erfreulich ist, dass dieser Einsatz beinahe in allen Altersklassen gleich bleibt", betont Willi Haas, Vorsitzender des Deutschen Spendenrats.

Der größte Anteil der Spenden ging an die Humanitäre Hilfe. Ursache dafür war sicherlich die hohe Spendenbereitschaft anlässlich der Tsunami-Katastrophe. Allein im Dezember 2004 und Januar 2005 wurde mehr als eine Milliarde Euro gespendet. Sogar Kinder gaben ihr Taschengeld für die Opfer der Flutkatastrophe.

Da die Humanitäre Hilfe mit 84,5 Prozent den größten Teil der Spenden erhält, werden Kultur und Denkmalpflege (4,8 Prozent), Umweltschutz (2,8 Prozent) und Tierschutz (2,1 Prozent) weniger unterstützt. Interessant ist die Tatsache, dass knapp die Hälfte aller Geldspender sich mit ihrer Hilfe auf eine Organisation konzentrieren. Deshalb lohnt es sich in Ehrungen, Informationsfahrten und Weihnachts- und Ostergrüße zu investieren. Das bindet den Spender an die Organisation meinen die Initiatoren der "Bilanz des Helfens".

Am erfolgreichsten beim Spendensammeln ist der persönlich adressierte Brief. Diese "Mailings" sind mit etwa 30 Prozent die wichtigste Säule, um für Unterstützung zu werben. "Die Reaktionen auf solche Briefe sind oft sehr unterschiedlich. Das Mailing trägt jedoch entscheidend dazu bei, dass die Menschen nicht nur über die Medien über die soziale Not informiert werden", meint Willi Haas. Auf Platz zwei liegen Spendengalen im Fernsehen (12,6 Prozent), gefolgt von Aufrufen in Kirchen (11,6 Prozent).

Erstmals wurden auch Zahlen über die Bereitschaft zum Vererben vorgelegt. Knapp 20 % der Bundesbürger sind bereit, ihr Vermögen ganz oder teilweise an gemeinnützige Organisationen zu geben. Über 75 % können sich das derzeit überhaupt nicht vorstellen. Die Gründe dafür sind noch völlig unklar.

Die Studie zeigt, dass es ohne die Hilfer der Bürger bei der Linderung von sozialen Nöten und von den Folgen von Katastrophen nicht geht. Beeindruckend sind ist die Summe der Zeitspenden. Deshalb fordert der Deutsche Spendenrat, Zeitspenden steuerlich so zu behandeln wie Geldspenden und dafür die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen.

Zur GfK Gruppe

Die GfK Gruppe, weltweit die Nummer 5 der Marktforschungsunternehmen, ist in den fünf Geschäftsfeldern Consumer Tracking, HealthCare, Retail and Technology, Medien und Custom Research aktiv. Neben 15 Niederlassungen in Deutschland gehören zur GfK Gruppe weltweit über 120 Unternehmen und Beteiligungen in 57 Ländern. Von den derzeit mehr als 5.200 Beschäftigten arbeiten rund 1.500 in Deutschland.

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Die "Bilanz des Helfens 2005" können Sie hier herunterladen:

Bilanz_des_Helfens_11042005.pdf
Bilanz_des_Helfens_27092005.pdf